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Open Access Research

Veterinärantibiotikarückstände in Gülle und Gärresten aus Nordrhein-Westfalen

Christiane Ratsak1*, Barbara Guhl1, Sebastian Zühlke2 and Thomas Delschen1

Author Affiliations

1 Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, Leibnizstr. 10, Recklinghausen, D-45659, Germany

2 Institut für Umweltforschung der Fakultät Chemie, Lehrstuhl für Umweltchemie und Analytische Chemie, Technische Universität Dortmund, Dortmund, D-44221, Germany

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Environmental Sciences Europe 2013, 25:7  doi:10.1186/2190-4715-25-7

Published: 26 March 2013

First paragraph (this article has no abstract)

In den letzten Jahren werden zunehmend Arzneimittelrückstände in der Umwelt nachgewiesen. Während Humanarzneimittel über das kommunale Abwasser und Kläranlagen in Oberflächengewässer gelangen [1], erfolgt der Eintrag von Tierarzneimitteln über die Ausscheidungen von Weidevieh und über die Ausbringung von Wirtschaftsdünger auf landwirtschaftliche Flächen, wobei letzteres der Haupteintragspfad sein dürfte [2]. In der Nutztierhaltung werden Antibiotika gegen bakterielle Infektionen eingesetzt. Für Deutschland ist durch das neugeschaffene “Tierarzneimittelregister zur Erfassung von Abgabemengen von Antibiotika in Deutschland” (TAR) für das Jahr 2011 eine Verschreibungsmenge von 1.734 t Antibiotika dokumentiert, davon 576 t Tetracycline und 505 t Aminopenicilline [3].

Keywords:
Veterinärantibiotika; Gülle; Gärreste; Tetracycline; Sulfonamide; Fluorchinolone; Bodenbelastung

Veterinary antibiotic residues in manure and digestates in Northrhein-Westfalia

Abstract

Background

The intensive use of veterinary medicines in livestock farming can potentially lead to a contamination of manure and digestates by antibiotics. In 2009 the Northrhein-Westfalian Agency for Nature, Environment and Consumer Protection (LANUV NRW) sought to determine the levels of the quantitatively most important veterinary antibiotics. They undertook a screening program in which 34 samples of manure and 35 samples of digestates were investigated. The samples were taken from manure storage tanks of farms and from digestate stores of biogas plants. They were analysed for various tetracyclines, sulfonamides and fluoroquinolones.

Results

Residues of antibiotics could be detected in 71% of the samples, namely, in 62% of the manure samples and in 80% of the digestates. Both types of samples showed a differing range of antibiotics and different concentration levels. Pig manure and poultry manure tended to have higher pollution levels than cattle manure. There was no analogous tendency for the digestates which was mainly due to the mixed origin of many digestate samples. The relevance of the release of veterinary antibiotics into agricultural soils via both manure and digestates is discussed.

Conclusions

The results demonstrate that manure and digestates can lead to the entry of veterinary antibiotics into agricultural soils.

Veterinärantibiotikarückstände in Gülle und Gärresten aus Nordrhein-Westfalen

Zusammenfassung

Hintergrund

Der massive Einsatz von Tierarzneimitteln in der Nutztierhaltung kann zu einer Belastung von Wirtschaftsdüngern mit Antibiotika führen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW) hat deshalb 2009 in einer Überblicksuntersuchung die Belastung von insgesamt 34 Gülle- und 35 Gärrestproben mit den mengenmäßig wichtigsten Veterinärantibiotika ermittelt. Die Proben stammten aus Güllelagern in landwirtschaftlichen Betrieben und Gärrestlagern bei Biogasanlagen und wurden auf verschiedene Einzelsubstanzen der Stoffgruppen der Tetracycline, Sulfonamide und Fluorchinolone untersucht.

Ergebnisse

In 71% aller untersuchten Proben waren Antibiotikarückstände nachweisbar (Gärrestproben 80%, Gülleproben 62%). Das nachgewiesene Stoffspektrum und die Höhe der Stoffkonzentrationen unterschieden sich teilweise. Tendenziell waren die Schweine- und Geflügelgülle stärker belastet als die Rindergülle. Bei den Gärresten gab es diese Tendenz nicht, u. a. weil viele Gärreste aus der Vergärung von Güllen verschiedener Tierarten stammten. Die Umweltrelevanz der Einträge von mit Veterinärantibiotika belasteten Wirtschaftsdüngern in die Umwelt wird diskutiert.

Schlussfolgerungen

Die Untersuchungsergebnisse belegen, dass Wirtschaftsdünger eine Quelle des Eintrags von Veterinärantibiotika in landwirtschaftlich genutzte Böden sind.